Verbandsgemeinde Jockgrim
Hatzenbühl - Jockgrim - Neupotz - Rheinzabern

Mein erster Besuch im Café Bunt

Schon seit Wochen habe ich mir vorgenommen, an einem Montagnachmittag das Café Bunt im Prot. Gemeindehaus in Jockgrim zu besuchen.  Am Montag vor Ostern hat es dann endlich geklappt, da ich Semesterferien hatte und zu Hause in Jockgrim war. Vorab habe ich mir schon Gedanken gemacht, ob ich wohl jemanden dort kenne und falls nicht, wie ich als „Neue“ einen Platz in der Runde finden würde. Eigentlich ein bisschen paradox, denn ich wohne seit meiner Geburt in Jockgrim und bin nicht erst, wie manch andere Leute, erst seit kurzem hier. Als ich in dem besagten Raum angekommen war, fiel mein erster Blick  auf eine überdimensional große Spardose in Form einer Kaffeetasse, die zugleich das Logo des Café Bunts darstellt. Sogleich kam Claudia Leitmann, die Organisatorin, auf mich zu und stellte sich bei mir vor. Auch Talia, eine „gute alte Bekannte“  war dort und wir kamen sofort ins Gespräch. Sie begrüßte ein paar junge Männer aus Syrien und prompt saßen wir bei ihnen am Tisch. Wir redeten über Gott und die Welt, wobei „Gott“ an sich kein Thema war. Wir bedienten uns an den zahlreichen Kuchen, am Kaffee und Tee und sprachen mit einem engagierten Mann, der bereits vier Patenschaften übernommen hat. Er konnte viel über den Tagesablauf oder die Zukunftsperspektiven seiner „Patenkinder“ erzählen. Die Verständigung mit den syrischen jungen Männern klappte mit einer Mischung aus Deutsch, Englisch, Händen und Füßen überraschend gut. Ich musste mit Bedauern feststellen, dass mein Englisch keineswegs so gut war wie das von einem jungen Mann, der bereits sein Abitur in Syrien absolviert hatte und gerne Zahnmedizin in Deutschland studieren möchte.
Da es kurz vor Ostern war, wurden, von den Organisatoren, rund um die Prot. Kirche kunterbunte Ostereier versteckt, die die Kinder suchen konnten. Es war ein richtiges „Gewusel“, weil alle Kinder durcheinander rannten und jeder die Leckereien finden wollte. Toll fand ich dabei, dass jedes anwesende Kind, egal welcher Religion, Nationalität oder Herkunft, mitgemacht hat und freudig bei der Sache war.
Schneller als gedacht war leider schon Aufbruchstimmung, da kurz vor 18:00 Uhr war und das Café dann schließt. Viele halfen den Raum aufzuräumen und den Boden zu fegen, in der Küche wurde gespült und der restliche Kuchen versorgt. Anschließend verabschiedete ich mich von jedem und konnte danach durch Facebook mit einigen Besuchern des Cafés in Kontakt bleiben. Was mich ganz besonders rührte war, als mir der hoffentlich angehende Zahnmedizinstudent mitteilte, dass ich sein „zweiter Freund in Deutschland“ sei. „So einfach kann es gehen“, dachte ich mir, „man muss nur den Mut aufbringen, offen zu sein“.
Liebe Grüße Carolin Seither