Verbandsgemeinde Jockgrim
Hatzenbühl - Jockgrim - Neupotz - Rheinzabern

Asylbewerber Roumany Ibrahim Sabe Awad arbeitet bei Markus Wolf Kieswerk + Transporte in Leimersheim

Der ägyptische Flüchtling fühlt sich wohl mit seiner Arbeit als Baggerfahrer bei Markus Wolf Kieswerk + Transporte.

 v. li. Bürgermeister Uwe Schwind, Roumany Ibrahim Sabe Awad, Jeannine und Markus Wolf.

   

 

Seit Oktober 2015 arbeitet Roumany Ibrahim Sabe Awad als Maschinenführer und Produktionshelfer bei der Firma Markus Wolf Kieswerk und Transporte in Leimersheim. Der 29 Jahre alte Ägypter kam im Oktober 2013 in München an. Im November 2013 bezog er eine von der Verbandsgemeinde Jockgrim angemietete Flüchtlingsunterkunft in der Ortsgemeinde Neupotz. Schon in seiner Heimat arbeitete er als Baggerfahrer. Durch seine Tätigkeit bei Fa. Wolf erhält  Awad mittlerweile keine Leistungen mehr aus dem Asylbewerberleistungsgesetz und steht finanziell auf eigenen Füßen. Er ist sozialversicherungspflichtig angestellt und zahlt die Miete für seine Unterkunft in einem Dreibettzimmer. Bürgermeister Uwe Schwind sprach vor Ort mit ihm und seinem Arbeitgeber Markus  Wolf und seiner Frau Jeannine Wolf über seinen Arbeitsalltag und wie es zu seiner Anstellung in Leimersheim kam.

Das Kieswerk Wolf besteht seit über 75 Jahren als Familienbetrieb und wird derzeit in der dritten Generation von Markus Wolf geführt. Die Firma arbeitet für die Industrie, die öffentliche Hand und für private Bauherren. Neben dem Kiesabbau in Leimersheim hat sie sich mit dem Angebot diverser Dienstleistungen wie beispielsweise der Vermietung des Fuhrparks und der Lohnbaggerei (auch für andere Kieswerke) sowie Dienstleistungen im Bereich der Bodenaufbereitung (mobile Siebanlagen) erfolgreich am Markt aufgestellt. Markus Wolf beschäftigt 19 Mitarbeiter.

Bereits im Jahr 2014 machte sich Asylbewerber Awad mit dem Fahrrad auf den Weg, um bei den Kieswerken der Umgebung nach Arbeit zu fragen. Auf Anraten von Emil Heid aus Neupotz und in Begleitung seines Paten Reinhard Kalker (Vorsitzender des Beirats für Migration und Integration der Verbandsgemeinde Jockgrim) stellte er sich auch bei Markus Wolf vor. Obwohl schon damals Bedarf für eine weitere Arbeitskraft vorhanden war, musste er ablehnen. Die Deutschkenntnisse des Ägypters waren nicht gut genug. Das Ehepaar bekräftigte im Gespräch mit Schwind, dass die Sprachkenntnisse eine entscheidende Rolle spielen. Um einen reibungslosen und sicheren Betriebsablauf zu gewährleisten müssten die Mitarbeiter auf Zuruf arbeiten können. Auch die Fachterminologie müsse sitzen. Darüber hinaus seien gute deutsche Sprachkenntnisse für die Akzeptanz der Mitarbeiter untereinander eine entscheidende Voraussetzung. Als Awad im Jahr 2015 erneut vorsprach waren die Deutschkenntnisse deutlich besser, so dass nach erfolgreicher Prüfung einer bestehenden Arbeitsgenehmigung einer Anstellung nichts im Wege stand. Herr Wolf ist zufrieden mit der Arbeit seines ägyptischen Baggerfahrers, verschweigt aber nicht, dass es auch jetzt noch hin und wieder zu sprachlich bedingten Missverständnissen gekommen ist. Er sieht diese aber nicht unbedingt als Barriere für eine Weiterbeschäftigung an, denn Awad lerne mit jedem Tag besser deutsch.

Damit er bei der Firma Wolf flexibler eingesetzt werden kann, hat Awad sich vorgenommen, einen PKW-Führerschein zu machen sobald er sich auch schriftlich in der deutschen Sprache besser ausdrücken kann. --

Awad ist zufrieden mit seinem neuen Leben fernab der Heimat und der Familie. Einen Wunsch hat er: er vermisst die Privatsphäre in einem eigenen Zimmer und ist auf der Suche nach einer kleinen Wohnung, die er selbst anmieten möchte. Schwind und das Ehepaar Wolf können diesen Gedanken nachvollziehen. Sie sagten Awad zu, ihn bei der Suche der Unterkunft so weit es ginge zu unterstützen. Schwind sieht die Geschichte von Awad als positives Beispiel der Integration und bedankte sich bei dem Ehepaar Wolf, dass sie Awad beruflich diese Chance gegeben haben.